Monatsgespräch Klaus W. Wellershoff und Patrick Müller
Erhalten Sie die aktuellen Einschätzungen von Patrick Müller im Gespräch mit Klaus W. Wellershoff zur wirtschaftlichen Grosswetterlage.

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns und mit dem ordentlichen Jahresabschluss als Bericht fassen wir die erzielten Resultate für Sie zusammen. Das Finanzjahr 2025 lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Anfangs Jahr herrschte Aufbruchstimmung in Erwartung einer wirtschaftsfreundlichen Weltpolitik und sinkender Zinsen. Diese Phase steigender Preise wurde Anfang April durch die Zollankündigungen der USA jäh gestoppt. Nachdem sich abzeichnete, dass sich viele der Zollsätze im Zuge sogenannter ‘Deals’ wieder relativierten und die USA den Technologiegiganten Tür und Tor für die Entwicklung künstlicher Intelligenz öffneten, startete die dritte Phase in der die Finanzmärkte durch die Investitionen in eben diese Zukunftstechnologien in neue Höhen getrieben wurden
Das Video wurde am 05.01.2026 aufgezeichnet
Wirtschaftswachstum: Gutes Wachstum in den USA, schwächere Tendenzen in Europa und China
Das Wachstum in den Industrienationen sah zuletzt eher trüb aus. Für die stark exportorientierten Volkswirtschaften Japan und die Schweiz ist das BIP im dritten Quartal geschrumpft und auch Grossbritannien hatte schwache Zahlen vorzuweisen. Die Eurozone verzeichnete zuletzt ein geringes, aber immerhin positives Wachstum. Deutschland bleibt dabei immer noch das Sorgenkind.
In den USA ist die Dynamik vorläufig noch eine andere. Dort ist das dritte Quartal mit einem Wachstum von 4.3 Prozent nochmals gut ausgefallen. Die starke Wachstumsdynamik hat jedoch zuletzt deutlich an Breite verloren und scheint derzeit vor allem durch den Konsum von Haushalten mit hohen Einkommen gestützt zu werden. Zudem hat sich zu Beginn des vierten Quartals die Abschwächung am Arbeitsmarkt nochmals verstärkt.
Am schwächsten ist die Konjunktur jedoch in China. Die Anlageinvestitionen sind weiter geschrumpft, das Wachstum im Konsum hat sich deutlich reduziert und der Verfall der Häuserpreise hat sich nochmals verstärkt. Der globale Wachstumsausblick bleibt somit verhalten.
Inflation: Überraschende Entspannung bei den Inflationsraten
Bei den Inflationszahlen der Industrieländer gab es einige Bewegung. Die grösste Überraschung kam aus den USA, wo die Kernrate im November unerwartet von 3 auf 2.6 Prozent gefallen ist. Grund hierfür dürfte unter anderem die abkühlende Wirtschaft sein. Auch in Grossbritannien ist die Kernrate überraschend von 3.4 auf 3.2 Prozent gesunken. Ebenfalls zurückgegangen ist die Schweizer
Inflationsrate, die sich mit einer Kernrate von 0.4 Prozent allmählich dem unteren Ende der Zielvorstellungen der Nationalbank nähert.
Unverändert hoch ist die Kerninflation in Japan mit 3.0 Prozent. Ebenfalls wenig Bewegung gab es in der Eurozone, wo die Kernrate im November unverändert bei 2.4 Prozent zu liegen kam.
Geldpolitik: Weitere geldpolitische Lockerungen
Im Dezember haben sowohl die Amerikanische Zentralbank (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Schweizerische Nationalbank (SNB) als auch die japanische Zentralbank (BoJ) über ihren Leitzins entschieden.
Die Fed senkte dabei trotz einer weiterhin über ihren Zielvorstellungen liegenden Inflation den Leitzins um 25 Basispunkte auf das Zielband von 3.5-3.75 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell begründete die umstrittene und knappe Entscheidung mit einer weiteren Abschwächung des US-Arbeitsmarktes. Die SNB beliess ihren Leitzins derweil trotz einem Wirtschaftseinbruch im dritten Quartal und sinkender Inflation unverändert bei 0 Prozent. SNB-Präsident Martin Schlegel bemerkt, dass die Hürde für negative Zinsen nach wie vor sehr hoch sei. Auch die EZB belässt ihren Leitzins unverändert. Gar einen Leitzinsanstieg verzeichnete die BoJ. Mit einem Zins von 0.75 Prozent bei einer gleichzeitigen Inflationsrate von 2.9 Prozent wirkt die japanische Geldpolitik aber weiterhin sehr expansiv.
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